Predigt über Johannes 6,47-52

Brot des Lebens.

Das Brot steht für satt werden.
Nicht nur im materiellen Sinn.
Sondern auch in geistlichen Sinn.

Ein frisch gebackenes Brot beim Bäcker.
Wie das duftet?
Es gibt so manche Brotgeschichte.
Ich war mit meiner Familie Nach Rumänien gereist.
Genauer gesagt in die Heimat meiner Mutter. Siebenbürgen.
Dort standen wir dann mit unserem Wohnmobil auf dem Marktplatz von Kronstadt und hatten uns frisches Brot gekauft.
Dazu Johannes der Marmelade. Ein Geschenk von unseren Verwandten dort.
Das werde ich nie vergessen.
Ich weiß nicht an welche Brot Geschichte sie sich erinnern?
Die Älteren vielleicht noch dann eine Brotgeschichte aus der Nachkriegszeit, wo es nicht viel Brot gab.
Wie gut war es doch satt zu werden.

Brot das bedeutet Leben
Brot das bedeutet satt zu werden.
Brot das bedeutet Gemeinschaft mit anderen zu haben, wenn wir an einem Tisch sitzen und das Brot teilen.

Der Hunger nach Brot in der Welt ist groß.
11% Der Weltbevölkerung haben nicht genug zu Essen, das sind 821 Millionen Menschen.
Bis 2015 hatte sich die Zahl der Hungernden um ca 215 Millionen verringert.
Nun aber steigt sie wieder
Jedes Jahr sterben 9 Millionen Menschen an Hunger, mehr als durch HIV/AIDS , Malaria und Tuberkulose Zusammen.
Alle drei Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger.
Die meisten von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren.

Schon Jesus stand in der Versuchung aus Steinen und Brot zu machen, damit der unendliche Hunger nach Brot auf dieser Welt gestillt wird
Es gibt Aber nicht nur eine Hunger nach Brot, sondern auch einen großen und geistlichen Hunger.
Selig sind die Hunger und Durst nach der Gerechtigkeit, Denn sie sollen satt werden. Sagt Jesus in den Seligpreisungen.
Und durch den Prophet Amos sprich Gott: Amos 8:11 Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der Herr, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des Herrn, es zu hören

Doch wie sieht es mit meinem Hunger aus?
Sicherlich Haben wir alle genug zu essen. Gottseidank! Daran kann es nicht liegen.
Aber es sind alle unsere Bedürfnisse gestillt?
Das Bedürfnis Nach echter Gemeinschaft?
Das Bedürfnis einen Sinn in unserem Leben zu sehen?
Das Bedürfnis einen Sinn darin zu sehen was wir tun?
Das Bedürfnis Nach Schutz und Geborgenheit?
Das Bedürfnis Nach körperliche Unversehrtheit und Leistungsfähigkeit?

Wir haben viele Bedürfnisse.
Oft verdrängen wir sie.
Oft sind Sie uns gar nicht bewusst.
Aber so sagen die Philosophen, der Mensch ist ein Mängelwesen.
Wir sind auf so viele Dinge angewiesen, Um zu überleben.
Im materiellen Sinne.
40 Tage können wir Fasten.
Aber nur drei Tage ohne Wasser auskommen.
Es darf uns nicht zu heiß oder zu kalt werden.
Die Reihe ließe sich noch beliebig fortsetzen.

Aber die geistliche Abhängigkeit ist noch viel größer.
Der Theologe Schleiermacher, der am Anfang des 19. Jahrhunderts gelebt hat, Sagt:
Glaube das ist das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit von Gott.
Schlechthinnnig, das bedeutet total, ganz und gar.
Wir sind also ganz und gar abhängig von Gott

Und nun kommen wir zur zentralen Frage unserer Predigt.
Stellen wir fest: Hier in Deutschland Werden die meisten unserer materiellen Bedürfnisse erfüllt.
Wir haben zu essen.
Wir haben zu trinken.
Wir haben eine gute medizinische Versorgung. Wohl eine der besten der Welt.
Wir haben alle ein Dach über dem Kopf.
Was uns fehlt ist diese Erfüllung unserer immateriellen Bedürfnisse:
Anerkennung
Liebe
Geborgenheit und Schutz
Vielleicht haben Sie das Glück, dass sie gerade in einer sehr erfüllten Beziehung leben.
Sie erfahren in dieser Beziehung all das, was sie sich wünschen.
Dankt Gott für euren Partner jeden Tag, denn er oder sie ist für euch ein besonderer Segen.
Doch auch ihr, werdet eines Tages feststellen, das euer Partner nicht alle Wünsche befriedigen kann.

Vielleicht liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden habt ihr das Glück in einem behüteten Elternhaus aufgewachsen zu sein.
Eltern die euch liebevoll umsorgen und die euch alles geben, was ihr braucht.
Dankt Gott für diese Eltern jeden Tag, Sie sind ein besonderer Segen.

Doch auch ihr liebe Konfirmanden wollt und müsst in die Welt hinaus.
In einer Welt, in der es oft schwierig ist, Liebe und Anerkennung zu finden.

Und so kommt Für uns alle der Tag, an dem wir feststellen, dass die Welt, Unsere Bedürfnisse und unseren tiefsten Mangel nicht aus füllen kann.
Für manche ist er schon gekommen, für manche wird er noch kommen.
Und dann stellt sich die wichtige Frage:
Kann Jesus diesen Mangel ausfüllen?
Ist er das Brot des Lebens, das jeden Hunger satt macht?
Dieses Frage möchte ich heute nicht vorschnell beantworten?
Eine schnelle Antwort würde heißen:
Natürlich Es steht ja so in der Bibel.
Natürlich, Wir sind doch hier in der Kirche.
Natürlich du musst nur daran glauben.
Wenn wir diese Frage vorschnell beantworten, könnte es für uns lebensgefährlich werden.
Kann ich ohne reales Brot Überleben? 40 Tage kann ein normaler Mensch fasten.
Wenn ich mich also auf Jesus verlasse, und meine Seele dennoch hungrig bleibt.
Dann gerate ich auf einen Holzweg.

Wie kann Jesus also meine Seele satt machen?

Jesus hat selbst Unter den ärmlichsten Verhältnissen gelebt.
In einer Futterkrippe geboren.
Unterwegs mit seinen jüngeren ohne eine feste Bleibe,
Und schließlich ans Kreuz geschlagen.
Ein Leben voller Entbehrungen Voller Unsicherheiten.
Doch er hatte immer die enge Beziehung zu sein Vater im Himmel.
Bis zum letzten Augenblick am Kreuz:
Vater in deine Hände befehle ich meinen Geist.
Er war reich, obwohl er arm und mittellos war.
Er war erfüllt, obwohl er alles gegeben hat,
Zuletzt sich selbst voll und ganz am Kreuzung von Golgatha
Wie ist das möglich?
Er hatte so eine tiefe Beziehung zu Gott dem Vater,
Dass in ihm Gott in seiner ganzen Fülle gegenwärtig war.
Paulus schreibt im Kolosse Brief:
Kol. 2:9 Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig..

Wenn wir also Jesus annehmen.
In in unser Leben einlassen.
Unser Herz für ihn öffnen.
Sein Leben in den vier Evangelien studieren
IM Abendmal in Brot und Wein begegnen.
Dann treten wir über ihnen und durch ihn und mit ihm
Mit Gott selbst in Kontakt.
Mit seinem Reichtum.
Seine Fülle.
Seiner Gnade.
Weil wir in Jesus Gott begegnen, wird Jesus uns zum Brot des Lebens.

Das kann dann zu einer äußerst paradoxe Situation führen.
Obwohl wir nach menschlichen Maßstäben nicht alles haben, was wir brauchen oder was wir uns wünschen und vielleicht sogar darunter leiden.
Wird es deshalb in unserem Leben nicht dunkel,
Sondern Glaube Liebe und Hoffnung und bleiben bei uns.

So war es auch bei Jesus:
Nach menschlichen Maßstäben war das keine schöne Geburt am Stall von Bethlehem.
Schon gar nicht nach den heutigen medizinischen Vorgaben.
Lausig kalt.
Sicherlich nicht steril
Und ob eine Hebamme bei der guten Maria war, wissen wir auch nicht.
Und trotz all dieser Unzulänglichkeiten, war Gott ,mitten drin.

Auch sein Tod am Kreuz, War nach menschlichen Maßstäben der abscheulichste Tod den man sich vorstellen kann.
Unschuldig verurteilt, Ausgepeitscht, verhöhnt und verspottet, durch die Stadt geprügelt, an ein Kreuz angeschlagen, und jämmerlich erstickt.
Und dennoch war genau Gott dort gegenwärtig am Kreuz von Golgatha.
In seiner ganzen Fülle
Mit seiner ganzen LIebe
In seiner ganzen Ohnmacht, die aber seine Macht ist..

Ich zittere
Ich weiß nicht was kommt
Ich habe Angst vor dem Morgengrauen
Ich weiß nicht, Ob ich das alles verlieren, Was mir wichtig ist.
Meine guten Beziehungen
Meine Schutz und meine Geborgenheit
Anerkennung und Wertschätzung
Mein Selbstwertgefühl
Ich bin ein Mensch
Verletzlich
Angreifbar
Mir kann Mein Leben so wie es ist,
von einer Minute zur anderen genommen werden.
Aber in Jesus Christus weiß ich, das Gott in ihm gegenwärtig ist.
Wenn ich Jesus Christus auf Und annehmen,
Das ist auch Gott in meinem Leben gegenwärtig, wie er es im Leben Jesu war.
Mitten in allem Leid.
Mitten in aller Verzweiflung.
Ist er meine Freude. Amen.